Chronik

Gründungsprotokoll

im Originaltext

Schon seit längerer Zeit hegten die Bürger der Gemeinde Niederdreisbach den
Wunsch, die Pflichtfeuerwehr zu einer freiwilligen Feuerwehr umzugestalten.
Daraufhin wurde Ende April 1924 eine Versammlung in der Schule zu Nieder-
dreisbach einberufen, die den Zweck verfolgte, sich einmal über das Vorhaben
auszusprechen. Die Versammlung war zahlreich besucht, unter anderem war auch
Herr Bürgermeister Knoblauch erschienen, welcher sich durch einen Vortrag
über den Zweck der Sache sowie über den Nutzen einer gut geschulten Wehr im
Falle eines Brandes äußerte.

Der größte Teil der Anwesenden stimmte somit für die Gründung einer freiwilligen
Wehr. Den Grundstein legte die Niederdreisbacher Hütte z.H. des Herrn Dr. Thaler,
indem sie der Wehr 1.000 Goldmark stiftete.

Der Vorstand wurde gewählt und setzt sich wie folgt zusammen:

1. Brandmeister Hermann Sturm
2. Brandmeister Heinrich Meyer III
Spritzenführer Ernst Weber
Steigerführer Paul Stumpf
Wasser Paul Nickel
Zubringer Heinrich Krah
Ordnung und Kassierer Ferdinand Diehl
Schriftführer Arthur Meyer
Spritzenmeister Paul Sturm

Mittels einer Liste erklärten sich 56 Mitglieder durch eigenhändige Unterschrift
bereit, der freiwilligen Feuerwehr beizutreten und dem Grundgesetz des Provinzial
Feuerwehrverbandes unbedingt nachzukommen.

Mitgliederliste:

Aktive Mitglieder:

Steigerabteilung:
Ernst Heidrich Alfred Schmidt
Fritz Heidrich Fritz Vollmar
Walter Lichtenthäler Fritz Meyer
Artur Meyer Ferdinand Sturm
Richard Nickel Erhard Stumpf

Spritzenmannschaft:
Alfred Buchner Adolf Schmidt
Alfred Grisse Emil Schneider
Heinz Heidrich Artur Stein
Ernst Krah II Paul Weid
Paul Krah I Emil Meyer
Karl Land Richard Buchner
Ernst Meyer I Walter Weber
Ernst Meyer II Ernst Sturm
Emil Rüb Lebrecht Knauz
Otto Rüb Erhard Schüler
Otto Schneider

Wassermannschaft:
Otto Burkhard Ernst Lichtenthäler
Artur Grisse Walter Meyer
Alfred Ermert Edmund Reinschmidt
Paul Krah II Siegfried Knauz

Ordnungsmannschaft:
Walter Buchner Gustav Pauschert
Ferdinand Eisenburger Richard Tielmann
Wilhelm Krah Leopold Stumpf
Hermann Meyer Oskar Vollmar

Passive Mitglieder:
Lehrer Vollmar Erhard Meyer
Max Vollberg Friedrich Weber
Hermann Krah Reinhold Stumpf

Der Jagdpächter des hiesigen Jagdbezirks, Herr Faber aus Köln, stiftete der Wehr
einen Zubringer, welcher aber bis heute noch nicht zum Versand gekommen ist.
Hoffentlich gelingt es den Führern der Wehr, insbesondere Brandmeister Sturm im
Laufe der Zeit eine gut ausgebildete Wehr hinzustellen, damit sie auch im Falle
eines Brandes tatkräftig eingreifen kann und somit dem Wahlspruch "Gott zu Ehr,
dem nächstem zur Wehr
" restlos befolgen kann.


Der Brandmeister Der Schriftführer
Hermann Sturm Artur Meyer


Chronik


1924-Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Niederdreisbach.
Wehrführer wird Hermann Sturm.
Als Unterbringung für die Feuerhaken (Leitern wie sie von der Steigermannschaft benutzt wurden) war ein offener Holzschuppen hinter dem Haus Paul Schneider errichtet wurden. Erstausrüstung
1925-Anschaffung eines Leiterwagens für die Steigermannschaft. Die Anfertigung wurde dem Stellmacher Zöllner aus Biersdorf übertragen.
1927-Bau eines neuen Gerätehauses hinter dem Haus Paul Schneider.
Wenige Wochen vor Kriegsende 1945 stand neben dem Gebäude ein deutscher Verpflegungswagen, der unmittelbar vor dem Eintreffen der amerikanischen Armee von einem Parteiangehörigen durch eine Brandbombe vernichtet wurde. Das Feuer griff schnell auf das Feuerwehrgerätehaus über. Bevor man eingreifen konnte, war das Holzgebäude vollkommen abgebrannt. Die teilweise geretteten Ausrüstungsgegenstände wurden im Schuppen des Hauses Ewald Meyer bis auf weiteres untergebracht.
1928-wurden bei der Fa. Steiner & Keller in Köln blaue Uniformröcke zu einem Preis von 1.500,00 M bestellt.
30er
Jahre
-Kauf eines neuen Zubringers. Hierunter ist eine handbetriebene, jedoch selbstansaugende Spritze zu vestehen. Von einem älteren Feuerwehrmann wurde berichtet, dass die Betätigung dieses Zubringers so mühsam war, dass nach wenigen Minuten eine Ruhepause eingelegt bzw. die ermüdete Bedienmannschaft ausgewechselt werden musste.
1938 -Eine tiefgreifende Änderung des gesamten Feuerlöschwesens brachte das Gesetz vom 23.11.1938. Es schaltete die bisherige relative Selbständigkeit vollends aus. Die bisherigen Vereine wurden in eine Hilfspolizeitruppe umgewandelt. Die Freiwillige Feuerwehr, einst Bürgervereinigung, dann gemeindliche Einrichtung wurde zur Feuerlöschpolizei umfunktioniert. Mit der Durchführungsverordnung zum Gesetz vom 23.11.1938, die am 24.10.1938 erlassen wurde, ging eine sehr starke Politisierung des gesamten Löschwesens einher.
- Ausdrücklich wurde festgeschrieben, dass Juden der Freiwilligen Feuerwehr nicht angehören durften.
- Beim Eintreten in die Feuerwehr musste ein Eid geleistet werden, der u.a. lautete: "Ich will dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hilter, die Treue halten".
1941-Ernst Weber (Hensels Ernst) löst Hermann Sturm als Wehrführer ab.
1943-Die erste verbrennungsmotorisch betriebene Pumpe wird angeschafft.
1944-Die Motorspritze musste an die Gemeinde Hamm übergeben werden, weil dort eine solche Spritze gebraucht wurde und man seitens der Behörde die Meinung hatte, dass in Niederdreisbach ein solch modernes Gerät nicht gebraucht würde.
1945 -Nach Kriegsende normalisierten sich die Verhältnisse im Feuerlöschwesen. Erich Trapp wird der neue Wehrführer.
1947 -Wiederaufbau des Gerätehauses der Feuerwehr Niederdreisbach, wiederum hinter dem Haus Paul Schneider.
1954-30 jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Niederdreisbach
1963-Schneeeinsatz in Nisterberg. Schneeverwehungen bis zu drei Meter Höhe hatten den Verkehr auf den Höhenstraßen im Amtsbezirk Daaden lahmgelegt. Die Gemeinde Nisterberg war 36 Stunden vollkommen vom Verkehr abgeschitten. Zwei eingesetzte Schneepflüge blieben in den Schneeverwehungen stecken. Hier wurden 180 Feuerwehrleute eingesetzt, um die Straße von Friedewald nach Nisterberg freizuschaufeln. Unsere Wehr war ebenfalls im Einsatz. An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass der Feuerwehrmann Walter Stumpf diesen harten Einsatz in sommerlichem Schuhwerk durchstand. Sicher hat aber die geistige Wegzehrung von Tante Anna (Gaststätte Heidrich) ihm über die Runden geholfen. Als Erinnerung an diesen Tag wurde von Marianne Schubert ein Gedicht verfasst.
1964-40 jähriges Jubiläum der Feuerwehr Niederdreisbach
1965-Anschaffung eines motorisch betriebenen Löschfahrzeugs TSF der Marke Ford. Übernahme eines Löschfahrzeugs LF8 von der FFW Weitefeld (Fabrikat Opel).
1967-Abbruch des Gerätehauses und Neubau eines modernen Zweckbaus auf dem Gelände des alten Friedhofes.
1970-Ernst Weber (Ferdnands Ernst) löst Erich Trapp als Wehrführer ab.
1976-Unser TSF wird mit Fahrzeugfunk ausgestattet.
1978-Im Jahr 1978 erregte eine organisatorische Umstrukturierung teilweise auch die Gemüter in unseren ländlichen Bereichen. Damals wurde die Zuständigkeit der Feuerwehr aus der Obhut der Gemeinden auf die Verbandsgemeinden übertragen.

Aus den selbständigen Wehren:
Daaden Weitefeld Emmerzhausen
Biersdorf Oberdreisbach Nisterberg
Niederdreisbach Friedewald Mauden
Schutzbach Derschen

wurden 5 Löschzüge zusammengestellt:

Löschzug 1: Daaden
Biersdorf
Löschzug 2: Weitefeld
Oberdreisbach
Löschzug 3: Friedewald
Nisterberg
Löschzug 4: Derschen
Emmerzhausen
Mauden
Löschzug 5: Niederdreisbach
Schutzbach

Die unterschiedlichen Auffassungen über diese Maßnahme drückte sich äusserlich durch die Auflösung der Wehr in Schutzbach aus. Dort war man nicht gewillt, sich den neuen Gegebenheiten unterzuordnen, so dass der Löschzug 5 nur durch die Wehr Niederdreisbach verkörpert wird.
1980-Klaus Dieter Meyer löst Ernst Weber als Wehrführer ab.
Schweres Busunglück in Niederdreisbach.
1981-Anschaffung von vier Pressluftatmern.
1982-Übergabe eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF der Marke VW.
1984-60 jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Niederdreisbach.
Hochwassereinsatz in Betzdorf am 7. Februar 1984
1988-Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeugs LF8 (Fahrgestell Daimler-Benz 709D, Aufbau Metz)
1994-Im Zuge der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen am Dorfgemeinschaftshaus in der Zeit vom Dezember 1992 bis zur Fertigstellung im Januar 1994 wurden auch die Räumlichkeiten der Feuerwehr im Erdgeschoss erweitert. Zwei Stellplätze für Fahrzeuge befinden sich nun im Erdgeschoss des neu errichteten Anbaus des Dorfgemeinschaftshauses. Ein Stellplatz im Altbau wurde zum Umkleideraum umgebaut; der weitere Stellplatz dient der behelfsmässigen Unterbringung eines Fahrzeugs und als Werkstattbereich. Über einen Treppenaufgang im Umkleideraum ist die neu errichtete Toilettenanlage auf der Ebene des rückseitigen Treppenaufgangs zum Dorfgemeinschaftshaus erreichbar.

Übergabe eines neuen Mehrzweckfahrzeugs MZF (Fahrgestell Mercedes-Benz 7MD, Aufbau Hensel)
1999-Übergabe eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs TSF-W (Fahrgestell Iveco Turbo Daily, Aufbau Iveco Magirus).
2002-Hochwassereinsatz vom 21.08.-24.08.2002 in Bitterfeld. Im Rahmen des Elbe-Hochwassers rückte eine 30-köpfige Delegation der Verbandsgemeindefeuerwehr Daaden zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren nach Bitterfeld aus.
2004 -80 jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Niederdreisbach.
2010-Klaus-Dieter Meyer, Wehrführer des Löschzuges 5 Niederdreisbach/Schutzbach erhält das Goldene Ehrenzeichen am Bande für seine langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Gleichzeitig tritt er als stellvertretener Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Daaden zurück und macht Platz für die beiden neuen Stellvertreter Matthias Theis (Löschzug 1 Daaden) und Andre Fries (Löschzug 2 Weitefeld).
2011-Sven-Oliver Meyer löst seinen Vater Klaus-Dieter Meyer nach 31 jähriger Amtszeit als Wehrführer ab.
2014-Übernahme des MZF 2 vom Löschzug 1 Daaden, dafür Abgabe des MZF (Bj. 1994) an den Löschzug 1 Daaden.
90 jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Niederdreisbach
2015-Übergabe eines neuen mittleren Löschfahrzeuges MLF (Fahrgestell MAN TGL 8.180, Aufbau Magirus)
2016-Im "Landesgesetz über die Eingliederung der verbandsfreien Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden" vom 20. Dezember 2013 wurde die Eingliederung der Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden zum 01. Juli 2014 vorgeschrieben. Beide Kommunen legten gegen die Eingliederung einen Normenkontrollantrag (Kommunalverfassungsbeschwerde) beim Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz ein.
Am 30. März 2016 entschied der Verfassungsgerichtshof, dass die Eingliederung verfassungskonform war. Als endgültiger Name wurde ab dem 01. Januar 2017 "Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf" bestimmt.
Zur Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf gehören nun auch die Löschzüge bzw. Löschgruppen Herdorf, Dermbach und Sassenroth. Der Löschzug Niederdreisbach/Schutzbach wird jetzt als Löschzug 6 geführt.

Der bisherige stellvertretende Wehrführer Michael Klein hat sein Amt nieder gelegt und ist aus der Einsatzabteilung zu den passiven Mitgliedern über getreten.
Als neue stellvertretende Wehrführer wurden die Kameraden Philip Müller und Robin Treude von der Mannschaft gewählt und am 01.12.2016 von Bürgermeister Wolfgang Schneider bestellt.




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